Labordiagnostik: gezielt statt pauschal
Viele Beschwerden wie Erschöpfung, Hormonschwankungen oder Verdauungsprobleme lassen sich besser einordnen, wenn man hinschaut, was im Körper tatsächlich los ist. Laborwerte können dabei Hinweise geben. Ich wähle die Untersuchungen nach deinen Beschwerden und deiner Vorgeschichte aus. Entscheidend ist immer: Was messe ich, wie und wo messe ich es, und was folgt therapeutisch aus dem Ergebnis? Ein Wert, aus dem sich nichts ableiten lässt, kostet nur Geld. Deshalb besprechen wir vorher, was sinnvoll ist und was du dafür einsetzen kannst. Das kann bei dir wenig sein oder mehr, je nachdem, wo deine Beschwerden liegen.
Dabei kommt es auch auf die richtige Probenentnahme und Verarbeitung an. Wenn Proben lange unterwegs sind oder falsch gelagert werden, lassen sich manche Werte nicht mehr sicher auswerten. Deshalb arbeite ich mit Partnerlaboren und achte auf einen sauberen Ablauf.

Was ich untersuche
Je nach Fragestellung nutze ich unterschiedliches Material:
Blut
Für Blutbild, Nährstoffe, Entzündungswerte, spezielle Immundiagnostik, Blutzucker und Stoffwechselwerte.
Stuhl
Für das Mikrobiom, Verdauung, Entzündungen im Darm und die Darmbarriere.
Urin
Zum Beispiel für Abbauprodukte von Hormonen, Histamin und Stoffwechsel.
Speichel
Für Sexualhormone, Cortisol-Tagesprofil, DHEA und Melatonin. Hormone untersuche ich i.d.R. im Speichel, seltener im Blut.
Atemluft
Für Atemgastests, zum Beispiel bei Verdacht auf eine Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO).
Beispiele, was gemessen werden kann
Das ist nur ein Auszug. Durch die Zusammenarbeit mit Speziallaboren kann ich auch weiterführende Untersuchungen veranlassen.
Grundlagen
Blutbild, Schilddrüse (TSH, freies T3 und T4, reverses T3), Leber- und Nierenwerte, Homocystein, Eisenstoffwechsel sowie Blutzucker: Langzeitblutzucker (HbA1c), Insulin und HOMA-Index zur Insulinresistenz.
Fettstoffwechsel
Cholesterin, LDL und Non-HDL-Cholesterin, LDL-Subklassen (kleine, dichte und große LDL-Partikel), ergänzt um Spezialwerte wie Lipoprotein(a) und Lp-PLA2. Mehr dazu beim Labor: Lipoproteine und Lp-PLA2 (jeweils PDF).
Nährstoffe
Vitamine bioaktiv gemessen (zum Beispiel B-Vitamine), freies Vitamin D, Vitamin-K2-Status, Vollblutmineralanalyse mit Spurenelementen wie Selen und Lithium, Aminosäuren und das Fettsäureprofil. Die Links führen zu PDFs des Labors.
Entzündung und Immunsystem
Entzündungsmarker wie CRP und hsCRP sowie spezielle Immundiagnostik: Zytokine, T-Helferzellstatus (TH1, TH2, TH17, Treg), IP-10, löslicher IL-2-Rezeptor und TGF-beta. Mehr dazu beim Labor: Laborprofil bei chronischer Entzündung (PDF).
Histamin, Mastzellen und Unverträglichkeiten
MCAS-Diagnostik mit Histamin und Abbauprodukten im Blut und im Urin sowie DAO (Menge und Aktivität). Dazu Ursachendiagnostik bei erhöhtem Histamin, Laktose- und Fruktoseintoleranz, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Nahrungsmittelreaktionen vom Typ IV und ein IgE-Allergenprofil. Mehr dazu beim Labor: IgE-Allergenprofil (PDF).
Darm
Mikrobiom als funktionelles Profil (zum Beispiel entzündungsfördernde und histaminbildende Bakterien), kurzkettige Fettsäuren, Verdauungsenzyme, Entzündungs- und Barrieremarker wie Calprotectin, Zonulin und I-FABP, Zytokinprofil im Stuhl, Immunabwehr im Darm (sIgA) und Candida-Hefen. Die Links führen zu PDFs des Labors.
Hormone und Stressachse
Cortisol-Tagesprofil, alpha-Amylase als Marker der Sympathikus-Parasympathikus-Balance, Melatonin (Schlafregulation), DHEA, Sexualhormone wie Progesteron und Estradiol, Hormonverläufe im Zyklus, Hormon-Abbauprodukte im Urin sowie BDNF und Pregnenolonsulfat.
Oxidativer Stress und Zellenergie
MDA-LDL, Nitrotyrosin, AGEs, GDF15, NAD+/NADH, intrazelluläres ATP, Glutathion, Coenzym Q10 und der Thiol-Status. Dazu die Metallbelastung (Multielementanalyse in Urin und Blut). Die Links führen zu PDFs des Labors.
Spezialdiagnostik
Methylierung und Entgiftung, Neurotransmitter-Metabolite, Tryptophan-/Kynurenin-Stoffwechsel sowie Atemgastests, zum Beispiel auf Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO). Jeweils bei Bedarf. Mehr dazu beim Labor: Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) (PDF).
Fettsäureanalyse: der Blick in die Zellmembran
Die Membranen deiner Zellen bestehen aus Fettsäuren. Welche Fettsäuren eingebaut werden, hängt unter anderem von deiner Ernährung ab. Die Membran der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) lässt sich gut untersuchen. Studien zeigen, dass ihre Fettsäurezusammensetzung die Zufuhr widerspiegelt, zum Beispiel von Fisch und Olivenöl, und dass sie der Zusammensetzung in Organen ähnelt.1,2
Was gemessen wird
Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA, Omega-6-Fettsäuren, das Verhältnis beider zueinander sowie weitere Fettsäuren, zum Beispiel Transfettsäuren.
Wofür das nützlich ist
Du siehst, wie dein Fettsäureprofil aussieht, und ich kann Ernährung und Ergänzungen gezielt anpassen, statt pauschal zu empfehlen. Später lässt sich der Verlauf kontrollieren.
Wie gemessen wird
Du gibst eine Blutprobe ab. Sie wird in einem Speziallabor mit standardisierter Methode ausgewertet. Es gibt mehrere Verfahren, die sich in Probenart und Methode unterscheiden.3
Beispieldaten, keine Patientendaten. Die Auswertung ersetzt keine ärztliche Diagnose.
So läuft die Labordiagnostik ab
Der Weg zur Laboruntersuchung hängt davon ab, wie du zu mir kommst:
Als Patientin oder Patient
Im Anamnesegespräch klären wir gemeinsam, was bei dir sinnvoll ist. Den Anamnesebogen füllst du dafür vorab aus. Danach veranlasse ich die passenden Untersuchungen und erkläre dir, wie die Probe gewonnen wird.
Nur für das Labor: Beratungsgespräch
Du möchtest unabhängig von einer Behandlung bestimmte Werte kontrollieren? Dafür gibt es das Beratungsgespräch Labor (30 Minuten). Darin klären wir, was für dich sinnvoll ist.
Besprechung der Werte
Ich bespreche deine Werte immer mit dir. Wenn du bei mir in Behandlung bist, bekommst du einen Therapieplan. Nach dem Beratungsgespräch entscheidest du, ob du eine schriftliche Ausarbeitung oder eine mündliche Erläuterung möchtest.
Mit diesen Laboren arbeite ich zusammen
Je nach Fragestellung kommen unter anderem diese Labore zum Einsatz:
- Laborgemeinschaft Hamburg
- IMD Berlin
- GanzImmun Diagnostics AG
- Dr. Hauss Labor
- Labor Rosler
- Omegametrix
Was die Labordiagnostik nicht ist
Laborwerte sind keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Abklärung. Sie geben Hinweise, die wir gemeinsam mit deinen Beschwerden einordnen. Bei akuten oder schweren Beschwerden gehst du bitte zuerst zur Ärztin oder zum Arzt. Die Kosten für Laborparameter sind nicht in der Beratung enthalten, sie hängen von den gewählten Untersuchungen ab.
Labordiagnostik in Hamburg
Die Untersuchung findet in meiner Praxis im Hamburger Komponistenviertel (Barmbek-Süd, an der Grenze zu Winterhude und Uhlenhorst) statt. Sie lässt sich gut mit der HRV-Messung und der Körperanalyse kombinieren.
Mehr zu den anderen Untersuchungen findest du auf der Seite Diagnostik.
Von Carmen Hercegfi, Heilpraktikerin | Stand: 27.10.2026
Quellen
- Harris WS, Masson S, Barlera S, et al. Red blood cell oleic acid levels reflect olive oil intake while omega-3 levels reflect fish intake and the use of omega-3 acid ethyl esters: the GISSI-HF trial. Nutr Res 2016;36(9):989–994. PubMed
- Fenton JI, Gurzell EA, Davidson EA, Harris WS. Red blood cell PUFAs reflect the phospholipid PUFA composition of major organs. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 2016;112:12–23. PubMed
- Dicklin MR, Anthony JC, Winters BL, Maki KC. ω-3 polyunsaturated fatty acid status testing in humans: a narrative review of commercially available options. J Nutr 2024;154(5):1487–1504. PubMed
„Nicht alles, was zählt, kann gemessen werden – aber manches, was gemessen wird, kann helfen, das Wesentliche zu verstehen.“
frei nach Albert Einstein
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